Dr. Timothy Attanucci


Sprechstunde

Während der vorlesungsfreien Zeit:

21. Juli; 18. August; 08. September, jeweils Diensag 14-16 Uhr (virtuell)

Wegen der Corona-Pandemie muss zur Zeit auf eine persönliche Ansprache verzichtet werde. Eine virtuelle Sprechstunde findet jedoch über Microsoft Teams oder telefonisch (06131-39-24749) statt.


Wissenschaftliche Biographie

Nach einem Studium der Germanistik und der Komparatistik an den Universitäten Harvard (B.A., 2003), Tübingen und Paris IV – Sorbonne (M.A., 2004) promovierte Timothy Attanucci 2012 im Fach Germanistik an der Universität Princeton mit einer Arbeit zur Poetik der Erdgeschichte am Beispiel Adalbert Stifters. Während der Promotionszeit war er zudem als Mitglied des Netzwerks PhD-Net „Das Wissen der Literatur“ wiederholt Gastwissenschaftler an der Humboldt Universität zu Berlin. Von 2012 bis 2014 war er in Princeton Lecturer im Fach Germanistik. Sein Buch über historische Restaurierungen und geologische Rekonstruktionen in der Literatur des 19. Jahrhunderts wird im Herbst 2020 bei de Gruyter erscheinen. Aktuell arbeitet er an einer Studie zur Melancholie des ökonomischen Menschen.


Forschungsschwerpunkte

Geschichte und Theorie des Wissens; Literaturgeschichte 18. bis 20. Jahrhundert; Literatur- und Medientheorie; Theorien und Praktiken historischer Darstellung


Lehre

Hans Blumenberg: Literarische Verfahren der Philosophie

Dr. Timothy Attanucci

Kurzname: Hans Blumenberg
Kursnummer: 00.Q+.260

Inhalt

Schon in seiner frühen Schrift Paradigmen zu einer Metaphorologie (1960) bedient sich der Philosoph Hans Blumenberg eines zentralen Verfahrens der Philologie, nämlich des Lesens und Interpretierens von Metaphern. Dass diese Methodik, sowie seine Theorie der ‚Unbegrifflichkeit‘ und seine (literatur-)ästhetischen Überlegungen Anklang bei Literaturtheoretikern gefunden haben, darf deshalb nicht verwundern. Seine philosophisch-historischen Darstellungen haben zudem stets, aber auch zunehmend und spätestens in einem Text wie Die Sorge geht über den Fluß (1987) unverkennbar einen eigenen literarischen Anspruch. Dieses Seminar nimmt sich vor, durch die Lektüre einer Auswahl von Blumenbergs Schriften zu untersuchen, inwiefern philologische Leseverfahren und literarische Schreibverfahren für seine Philosophie von Belang sind, aber auch welche Relevanz diese Philosophie für die Theoriebildung der heutigen Literatur- bzw. Kulturwissenschaft hat.

Lernziele
- Überblick des philosophischen Werks von Hans Blumenberg
- Lesen von philosophischen Texten aus literatur- bzw. wissenshistorischen Perspektive
- Erfahrung im interdisziplinären Bereich „Theorie" und „Theoriegeschichte"

Voraussetzungen / Organisatorisches

Hauptseminar

Teilnahmevoraussetzungen

Basiswissen und Interesse an der Geschichte der europäischen Philosophie seit der Antike.

Anforderungen
(Gruppen-)Präsentation und Begriffsexplikation (max. 3 Seiten für Q+Studierende).

Empfohlene Literatur

Hans Blumenberg: Ästhetische und metaphorologische Schriften. Hrsg. v. Anselm Haverkamp. Frankfurt/M, 2001.

Robert Buch u. Daniel Weidner (Hg.): Blumenberg lesen. Ein Glossar. Berlin, 2014.

Termine:

Datum (Wochentag)UhrzeitOrt
16.04.2020 (Donnerstag)10.15 - 11.45 UhrRaum 03 152
23.04.2020 (Donnerstag)10.15 - 11.45 UhrRaum 03 152
30.04.2020 (Donnerstag)10.15 - 11.45 UhrRaum 03 152
07.05.2020 (Donnerstag)10.15 - 11.45 UhrRaum 03 152
14.05.2020 (Donnerstag)10.15 - 11.45 UhrRaum 03 152
28.05.2020 (Donnerstag)10.15 - 11.45 UhrRaum 03 152
04.06.2020 (Donnerstag)10.15 - 11.45 UhrRaum 03 152
18.06.2020 (Donnerstag)10.15 - 11.45 UhrRaum 03 152
25.06.2020 (Donnerstag)10.15 - 11.45 UhrRaum 03 152
02.07.2020 (Donnerstag)10.15 - 11.45 UhrRaum 03 152
09.07.2020 (Donnerstag)10.15 - 11.45 UhrRaum 03 152

Semester: SoSe 2020

Publikationen (Auswahl)

Monographien

The Restorative Poetics of a Geological Age: Stifter, Viollet-le-Duc and the Aesthetic Practices of Geohistoricism. Berlin/Boston 2020 (Paradigms; 11).

Stories from Earth: Adalbert Stifter and the Poetics of Earth History. Diss. Princeton University, 2012.

Aufsätze

Atmosphärische Stimmungen: Landschaft und Meteorologie bei Carus, Goethe und Stifter. In: Zeitschrift für Germanistik 24.2 (2014) S. 34-47.

Kafka: Junggeselle – Maschine. Überlegungen zu einer historischen Kopplung. In: Literarische ‚Junggesellen-Maschinen’ und die Ästhetik der Neutralisierung, hg. von Annette Runte. Würzburg 2011, S. 169-185.

Der Junggeselle zwischen Familie und Amt: Kafka liest Stifter. In: Für alle und für keinen: Lektüre, Schrift und Leben bei Nietzsche und Kafka. Hg. von Friedrich Balke, Joseph Vogl, und Benno Wagner. Berlin 2008, S. 149-160.

Rezensionen

Zu Büttner, Urs: Poiesis des 'Sozialen'. Achim von Arnims frühe Poetik bis zur Heidelberger Romantik (1800–1808). PhiN 80 (2017) S. 48-52.

Zu Vecchiato, Daniele: Verhandlungen mit Schiller. Historische Reflexion und literarische Verarbeitung des Dreißigjährigen Kriegs im ausgehenden 18. JahrhundertJahrbuch für Internationale Germanistik 48/2 (2016) S. 160-163.

Unverbesserlich? Der Mensch als Krise der Utopie (zu Löwe, Matthias: Idealstaat und Anthropologie. Problemgeschichte der literarischen Utopie im späten 18. Jahrhundert) Athenäum: Jahrbuch der Friedrich Schlegel-Gesellschaft 25 (2015) S. 265-269.

Wie fragt man eine Datenbank des 18. Jahrhunderts ab? (zu Décultot, Elisabeth (Hg.): Lesen, Kopieren, Schreiben. Lese- und Exzerpierkunst in der europäischen Literatur des 18. Jahrhunderts). Athenäum: Jahrbuch der Friedrich Schlegel-Gesellschaft 24 (2014) S. 223-228.

Zu Gamper, Michael und Karl Wagner (Hg.): Figuren der Übertragung: Adalbert Stifter und das Wissen seiner ZeitArbitrium 31.1 (2013) S. 94-97.

Übersetzung

Moati, Raoul: Derrida/Searle: Deconstruction and Ordinary Language, Aus dem Französischen übers. mit Maureen Chun. New York: Columbia University Press, 2014.