Lehre am Deutschen Institut

Wintersemester 2017/18

Lehrveranstaltungen des Master DaF/DaZ finden Sie unter: http://www.daf.uni-mainz.de/kv.htm.

GHIS/SHIS/UHIS: Graphematik diachron

Dietlinde Luise Kempf

Kurzname: GHIS/SHIS/UHIS:
Kursnummer: 05.067.1230

Inhalt

Die Übung behandelt ausgewählte Themen der Graphematik in überwiegend diachroner Perspektive. Dabei werden auch Aspekte des Sprachvergleichs, des Spracherwerbs und der Sprachverwendung diskutiert.

Ein erster thematischer Schwerpunkt liegt auf den Prinzipien der Verschriftung: In der Ausprägung der Phonem-Graphem-Korrespondenz hat das deutsche Schriftsystem den typischen – aber nicht von allen Sprachen in gleichem Maß vollzogenen – Entwicklungspfad von einem flachen (laut-nah verschriftenden) zu einem tiefen (auch semantische Informationen kodierenden) Schriftsystem genommen.

Neben der Frage nach der Tiefe des Schriftsystems und den Prinzipien der Verschriftung wird ein zweiter Schwerpunkt auf der Entwicklung der wortinitialen Großschreibung im Deutschen liegen. Während andere Sprachen bei der Großschreibung von Eigennamen (<John>, <Paris>) stehen geblieben (oder zu ihr zurückgefallen) sind, hat sich im Deutschen die Besonderheit der grammatisch bzw. syntaktisch gesteuerten Substantivgroßschreibung herausgebildet. Interessante Vergleiche lassen sich hier nicht nur zwischen verschiedenen Sprachen ziehen, sondern auch zwischen der Historio- und der Ontogenese – also der historischen Entwicklung und dem individuellen Schriftspracherwerb.

Schließlich werden wir auch die Verwendung von Syngraphemen (Interpunktionszeichen) ins Blickfeld nehmen und dabei einen besonderen Schwerpunkt auf die Entwicklung des Apostrophgebrauchs legen. Hier lässt sich eine Diskrepanz zwischen orthographischer Norm und Sprachgebrauch feststellen: Der Gebrauch im Substandard zeigt besonders deutlich die Entwicklung eines tiefen Verschriftungssystems. Z.B. werden in  normwidrigen Schreibungen wie *<die Obama's>, *<des Pkw's> morphologische Grenzen markiert – was den LeserInnen nützt und daher völlig zu Unrecht als "Deppenapostroph" tituliert wird.

Empfohlene Literatur

Nübling, Damaris et al. (42013): Historische Sprachwissenschaft des Deutschen. Eine Einführung in die Prinzipien des Sprachwandels. Tübingen: Narr. -> Kap. 9 Graphematischer Wandel.

Voraussetzungen / Organisatorisches

Die Studienleistung wird in Form von Kurzreferaten (Gruppen) erbracht. Die Modulprüfung erfolgt, je nach Studiengang und Modul ggf. in Form einer Klausur oder einer Hausarbeit.

Termine:

Datum (Wochentag)UhrzeitOrt
19.10.2017 (Donnerstag)16.15 - 17.45 Uhr04 432 Seminarraum
1331 - Verfügungsbau SB II
26.10.2017 (Donnerstag)16.15 - 17.45 Uhr04 432 Seminarraum
1331 - Verfügungsbau SB II
02.11.2017 (Donnerstag)16.15 - 17.45 Uhr04 432 Seminarraum
1331 - Verfügungsbau SB II
09.11.2017 (Donnerstag)16.15 - 17.45 Uhr04 432 Seminarraum
1331 - Verfügungsbau SB II
16.11.2017 (Donnerstag)16.15 - 17.45 Uhr04 432 Seminarraum
1331 - Verfügungsbau SB II
23.11.2017 (Donnerstag)16.15 - 17.45 Uhr04 432 Seminarraum
1331 - Verfügungsbau SB II
30.11.2017 (Donnerstag)16.15 - 17.45 Uhr04 432 Seminarraum
1331 - Verfügungsbau SB II
07.12.2017 (Donnerstag)16.15 - 17.45 Uhr04 432 Seminarraum
1331 - Verfügungsbau SB II
14.12.2017 (Donnerstag)16.15 - 17.45 Uhr04 432 Seminarraum
1331 - Verfügungsbau SB II
21.12.2017 (Donnerstag)16.15 - 17.45 Uhr04 432 Seminarraum
1331 - Verfügungsbau SB II
11.01.2018 (Donnerstag)16.15 - 17.45 Uhr04 432 Seminarraum
1331 - Verfügungsbau SB II
18.01.2018 (Donnerstag)16.15 - 17.45 Uhr04 432 Seminarraum
1331 - Verfügungsbau SB II
25.01.2018 (Donnerstag)16.15 - 17.45 Uhr04 432 Seminarraum
1331 - Verfügungsbau SB II
01.02.2018 (Donnerstag)16.15 - 17.45 Uhr04 432 Seminarraum
1331 - Verfügungsbau SB II
08.02.2018 (Donnerstag)16.15 - 17.45 Uhr04 432 Seminarraum
1331 - Verfügungsbau SB II

Semester: WiSe 2017/18