Lehre am Deutschen Institut

SFNL I/II: Ekphrasis

Dozent:innen: Dr. Johannes Ullmaier
Kurzname: SFNL I/II
Kurs-Nr.: 05.067.778
Kurstyp: Seminar

Empfohlene Literatur

Beschreibungskunst, Kunstbeschreibung: Ekphrasis von der Antike bis zur Gegenwart. Hg. v. Gottfried Boehm u. Helmut Pfotenhauer. München: Fink 1995.
 
- Willems, Gottfried: Anschaulichkeit. Zu Theorie und Geschichte der Wort-Bild-Beziehungen und des literarischen Darstellungsstils. Tübingen: Niemeyer 2009.

Inhalt

Der Ausdruck „Ekphrasis“ (griechisch ??f?as??) wird heute oft im Sinn von „Gemäldebeschreibung“ gebraucht, war jedoch in seinem antiken rhetorischen Ursprung weiter gefasst: als anschauliche Schilderung allgemein. Betrachtet man den „Ekphrasis“-Begriff (und sein lateinisches Pendant „descriptio“) selbst wie ein historisches Tableau, das zu beschreiben wäre, zeigt es sich als Wimmelbild mit vielfach überlappenden Motiven wie ‚Bildbeschreibung‘, ‚Kunstwerkbeschreibung‘, ‚Objektbeschreibung‘, ‚Zustandsschilderung‘, ‚literarisches Gemälde‘, ‚Wortbildnerei‘, ‚Bildpoesie‘, ‚sprachliche Visualisierung‘, ‚Verlebendigung‘, ‚Wahrnehmungswiedergabe‘, ‚Bilderzählung‘, ‚Bildbelebung‘, ‚Bildfiktion‘, ‚mimetisches Erzählen‘ oder ‚Darstellung von Dargestelltem‘. Offen bleibt auch, ob es sich dabei um eine eigenständige Textform oder um einen episodischen Einschub in größerem Kontext handelt.
Wie meist in solchen Fällen hat das Diffuse des Begriffs historisch viele Ursachen, gründet hier aber merklich schon im ‚Urmuster‘. Denn betrachtet man den paradigmatischen Ausgangspunkt der „Ekphrasis“-Debatten in der abendländischen Literatur, die Schilderung des Achill-Schildes im 18. Gesang von Homers „Ilias“, so erweist sie sich zwar klar als Episode, abgesehen davon aber als verwirrend vielschichtig: nämlich einerseits als der sehr spezielle Fall einer Beschreibung des Vorgangs der Herstellung einer fiktiven Wimmelbild-Metallplastik durch einen handwerkenden Gott, andererseits aber als ganzes Füllhorn allgemeinerer und teils sehr differenter Möglichkeiten sprachlicher Belebung, Beschreibung, Visualisierung und Erzählung.
Mit Blick auf diese Lage geht das Seminar bewusst induktiv vor, hält die Definitionsfrage also zunächst offen und versucht in vergleichenden Analysen einschlägiger „Ekphrasis“-Exempel und ggf. zugehöriger Abbilder bzw. Gegenstände zu erkunden, welche inhaltlichen, stilistischen und narratologischen Beschreibungsmuster des Beschreibens sich dabei herausschälen. Auf dem Programm stehen – außer Homer – Werke und Werkauszüge von Philostratos, Adalbert Stifter, Oscar Wilde, Hermann Hesse, Oswald Wiener u.a.

Termine

Datum (Wochentag) Zeit Ort
21.04.2023 (Freitag) 14:15 - 15:45 01 461 P108
1141 - Philosophisches Seminargebäude
28.04.2023 (Freitag) 14:15 - 15:45 01 461 P108
1141 - Philosophisches Seminargebäude
05.05.2023 (Freitag) 14:15 - 15:45 01 461 P108
1141 - Philosophisches Seminargebäude
12.05.2023 (Freitag) 14:15 - 15:45 01 461 P108
1141 - Philosophisches Seminargebäude
19.05.2023 (Freitag) 14:15 - 15:45 01 461 P108
1141 - Philosophisches Seminargebäude
26.05.2023 (Freitag) 14:15 - 15:45 01 461 P108
1141 - Philosophisches Seminargebäude
02.06.2023 (Freitag) 14:15 - 15:45 01 461 P108
1141 - Philosophisches Seminargebäude
09.06.2023 (Freitag) 14:15 - 15:45 01 461 P108
1141 - Philosophisches Seminargebäude
16.06.2023 (Freitag) 14:15 - 15:45 01 461 P108
1141 - Philosophisches Seminargebäude
23.06.2023 (Freitag) 14:15 - 15:45 01 461 P108
1141 - Philosophisches Seminargebäude
30.06.2023 (Freitag) 14:15 - 15:45 01 461 P108
1141 - Philosophisches Seminargebäude
07.07.2023 (Freitag) 14:15 - 15:45 01 461 P108
1141 - Philosophisches Seminargebäude
14.07.2023 (Freitag) 14:15 - 15:45 01 461 P108
1141 - Philosophisches Seminargebäude
21.07.2023 (Freitag) 14:15 - 15:45 01 461 P108
1141 - Philosophisches Seminargebäude