Robert Külpmann

Deskriptive Sprachwissenschaft des Deutschen

2020 – heute
Wissenschaftlicher Mitarbeiter; Johannes-Gutenberg-Universität Mainz; Lehrstuhl Prof. Finkbeiner

2018 – 2020
Wissenschaftlicher Mitarbeiter; Heinrich Heine Universität Düsseldorf; Lehrstuhl Prof. Finkbeiner

2016 – 2018
Wissenschaftlicher Mitarbeiter; Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

2013 – 2015
Wissenschaftlicher Mitarbeiter; Bergische Universität Wuppertal; DFG-Forschungsprojekt Komplementweglassung zwischen Valenz und Konstruktion

2013 – 2019
Promotion über den Einfluss der Satztypwahl auf die Möglichkeit zur definiten Komplementweglassung; Bergische Universität Wuppertal

2008 – 2009
Zusatzqualifikation zum Lehrer für Deutsch als Fremdsprache; Goethe-Institut Düsseldorf & Heinrich Heine Universität Düsseldorf

2002 – 2011
Studium der Allgemeinen Sprachwissenschaft, Sprachwissenschaft des Deutschen, Politikwissenschaft und Volkswirtschaftslehre; Bergische Universität Wuppertal & Heinrich Heine Universität Düsseldorf

2001 – 2002
Studium der Wirtschaftsmathematik; Bergische Universität Wuppertal

Herausgeberschaft

(in Vorbereitung) Robert Külpmann, Laura Neuhaus & Vilma Symanczyk Joppe: Variation in der Argumentstruktur des Deutschen. Empirische und theoretische Perspektiven im Spannungsfeld von Valenz und Konstruktion. Linguistische Berichte Sonderheft 28.

Aufsätze
(eingereicht) Rita Finkbeiner & Robert Külpmann: Wh-headlines in German from a discourse-pragmatic and diachronic perspective

(in Vorbereitung) Robert Külpmann: Zur Bestimmung des Phrasalitätsstatus von Partikelverben

(in Vorbereitung) Robert Külpmann & Claudia Külpmann: Die Getrennt- und Zusammenschreibung von Zusammenrückungen aus optimalitätstheoretischer Sicht.

(2018): Robert Külpmann & Vilma Symanczyk Joppe: Null Objects in Directive Sentence Types. In Hans Götzsche (Hg.): The Meaning of Language. Cambridge: Cambridge Scholars Publishing. 182-197.

(2016): Robert Külpmann & Vilma Symanczyk Joppe: Argument omission in imperative-declarative conjunctions. In: I. Reich & A. Speyer (Hgg.): Linguistische Berichte Sonderheft, 21. [Co- and Subordination in German and other Languages]. 221-234.

(2015): Robert Külpmann & Vilma Symanczyk Joppe: Argument omission between valency and construction. Evidence for sentence type effects from acceptability rating studies. In: G. Jäger (Hg.): Proceedings of the 6th Conference on Quantitative Investigations in Theoretical Linguistics. Universität Tübingen.

(2010): Antje Heine, Joachim Jacobs & Robert Külpmann (2010): Quer zu den Feldern. Zur Topologie von Partikelverben. In Linguistische Berichte, 221. 37-60.

11/2019
Workshop "Konstruktionelle Emergenz", Bremen
Warum W-Überschriften ein Fall von Insubordination sein könnten - und wie ein typographisches Argument aussehen könnte

07/2019
Workshop "Romance interrogatives from an interactional and historical perspective", Freiburg; (zusammen mit Prof. Dr. Rita Finkbeiner)
Wh-headlines in German. Some remarks to it's origins and uses

04/2019
Workshop on valency and constructions, Göteborg (SWE)
Argument Omission between Valency and Construction

01/2019
Kolloquium, Düsseldorf
Komplementweglassung zwischen Valenz und Konstruktion

01/2018
Forum Linguistik, Bonn
Komplementweglassung zwischen Valenz und Konstruktion

11/2017
Doktorandenworkshop Bonn/Warschau, Bonn
Komplementweglassung zwischen Valenz und Konstruktion

11/2016
Forschungskolloquium, Konstanz
Komplementweglassung zwischen Valenz und Konstruktion

10/2016
Forum Linguistik, Bonn
Komplementweglassung in Pseudo-Imperativen

10/2016
Workshop on Fragments, Saarbrücken; (zusammen mit Vilma Symanczyk Joppe)
Directive Infinitives in German - Fragments of Fragments

09/2016
7. DGKL Jahrestagung (Deutsche Gesellschaft für kognitive Linguistik), Oberhausen; (zusammen mit Vilma Symanczyk Joppe)
Komplementweglassung zwischen Valenz und Konstruktion – Der Einfluss von Satztypen auf die Obligatorik von Ergänzungen

05/2016
Forum Linguistik, Bonn
Komplementweglassung zwischen Valenz und Konstruktion

02/2016
DGfS (AG 8: Gradienz im Spannungsfeld von empirischen Methoden und Grammatiktheorie), Konstanz; (zusammen mit Vilma Symanczyk Joppe)
Gradient Acceptability and Categorical Distinctions: the Case of Imperative Constructions

11/2015
6th Conference on Quantitative Investigations in Theoretical Linguistics (QITL), Tübingen; (zusammen mit Vilma Symanczyk Joppe)
Argument Omission between Valency and Construction

09/2015
GAL (Gesellschaft für angewandte Linguistik) Sektionstagung, Frankfurt (Oder); (zusammen mit Vilma Symanczyk Joppe)
Zwischen Valenz und Konstruktion - Der Einfluss von Satztypen auf die Obligatorik von Ergänzungen

08/2015
26th Scandinavian Conference of Linguistics, Aalborg (DK); (zusammen mit Vilma Symanczyk Joppe)
Argument Omission and the Role of Sentence Type

05/2015
GGS (Generative Grammatik des Südens), Wuppertal; (zusammen mit Vilma Symanczyk Joppe)
Satztypeneffekte bei der Komplementweglassung

03/2015
DGfS (AG 14: Modelling Conditionality), Leipzig; (zusammen mit Vilma Symanczyk Joppe)
Argument Omission in Conditional Imperatives

03/2015
DGfS (AG 5: Co- and subordination in German and other languages), Leipzig; (zusammen mit Vilma Symanczyk Joppe)
Imperatives or “Pseudo-Imperatives”? - Argument Omission in Imperative-and/or- Declarative Constructions

12/2014
Wuppertaler Linguistisches Forum, Wuppertal; (zusammen mit Vilma Symanczyk Joppe)
Komplementweglassung in Pseudo-Imperativen – Pseudo-Imperative und Probleme ihrer Klassifizierung im Deutschen und Chinesischen

02/2014
Empirische Methoden in DaF & DaZ (EmMeth) 2014, Bamberg
Komplementweglassung in Imperativen

SoSe 2020: 2x DESK - Proseminar "Einführung in die deskriptive Sprachwissenschaft" (Phonologie, Morphologie, Syntax)
  • Valenzgrammatik
  • Konstruktionsgrammatik
  • Satztypen
  • Partikelverben
  • Empirische Linguistik

Definite Komplementweglassung im Deutschen

Im Rahmen meiner Dissertation habe ich mich mit den Möglichkeiten zur Weglassung definiter Komplemente im Deutschen beschäftigt. Es geht dabei u. a. um Weglassungsfälle wie Gib mal! oder Vor Gebrauch schütteln!, in denen das Akkusativobjekt weggelassen wurde, obwohl seine Realisierung von der Valenz des Verbs gefordert wird.

In der Literatur zu diesem Weglassungstyp wurde auf verschiedene Weise gezeigt, dass die Wahl des Verblexems, der Verblesart und die Wahl bestimmter Verbformen für die Weglassbarkeit von Akkusativ-Komplementen verantwortlich sein kann. In meiner Arbeit bin ich der Vermutung nachgegangen, dass nicht nur die Wahl der genannten lexikalischen Faktoren, sondern auch phrasaler Faktoren für die Weglassbarkeit eines Komplements eine Rolle spielen. Anlass für diese Vermutung sind Kontrastpaare wie die folgenden:

1) a. *Peter gibt.
b. Gib mal!

2) a. *Susi schüttelt vor Gebrauch.
b. Vor Gebrauch gut schütteln!

In den Beispielen (1) und (2) kann die Wahl der Verblexems nicht für die Weglassbarkeit des Akkusativkomplements verantwortlich sein, da sich die Beispiele trotz der Wahl des gleichen Verblexems in ihrer Akzeptabilität unterscheiden.

Um zu klären, in welchen Satztypen zusätzliche Weglassungsmöglichkeiten bestehen, habe ich im Rahmen eines DFG-Forschungsprojekts zusammen mit KollegInnen eine Fragebogenuntersuchung mit ca. 1.600 Studierenden der Germanistik an den Universitäten Wuppertal, Bonn und Konstanz durchgeführt. Die Ergebnisse weisen nach, dass die Wahl des Verblexems in einigen Satztypen relevanter ist als in anderen, in manchen spielt sie hingegen gar keine Rolle.

Darüber hinaus bin ich anhand der Ergebnisse der Fragebogenuntersuchung der Frage nachgegangen, wie diese Form der Komplementweglassung in Abhängigkeit der relevanten Einflussfaktoren lizenziert werden kann. Ich habe dazu einen Ansatz erarbeitet, der auf der Arbeitsteilung eines valenziellen und eines konstruktionellen zugangs basiert. Dieser Vorschlag reiht sich in eine bereits länger geführte Debatte ein, wie unterschiedliche Lizenzierungsansätze miteinander verbunden werden können.

Diachrone Entwicklung von W-Überschriften

Angegliedert an das DFG-Forschungsprojekt zur Verwendung von W-Überschriften wie Warum bei Urlaubsschnäppchen der alte Rechner hilft (welt.de - 07.06.2019) untersuche ich die diachrone Entwicklung dieses Überschriftentyps. W-Überschriften werden als selbstständige Sätze verwendet, indem sie auf einen bestimmten Inhalt im folgenden Text verweisen, und zeichnen sich u. a. dadurch aus, dass sie ein W-Element in der linken Satzperipherie und ein finites Verb in der rechten Satzperipherie aufweisen. Damit zeigen W-Überschriften sowohl Eigenschaften von Hauptsätzen (Selbstständigkeit) als auch von Nebensätzen (finites Verb in VL-Stellung) auf.

Es stellt sich damit die für die Satztypforschung spannende Frage, wie sich dieser als irregulär zu bezeichnende Satztyp entwickelt hat. In diesem Zusammenhang untersuche ich mithilfe historischer Korpora (vor allem das Deutsche Textarchiv - DTA), ob sich W-Überschriften aus einem eingebetteten Nebensatz entwickelt haben und damit einen Fall von Insubordination darstellen. Vielfältige Hinweise deuten darauf hin, dass diese Annahme für W-Überschriften durchaus plausibel ist. So weist der im Frühneuhochdeutschen noch häufige Gebrauch von Konjunktiv I-Formen auf eine Nebensatzstruktur hin. Darüber hinaus wird dieser Satztyp zunehmend mit einer stets gleichen Funktion verwendet: Er greift einerseits einen Sachverhalt aus einem Diskurs auf und verweist zugleich auf den Folgetext, in dem dieser Sachverhalt weiter elaboriert wird. Des Weiteren passt sich die Herausbildung dieses Überschriftentyps in das Bild der allgemeinen Entwicklung von Überschriften ein, nach der Sätze eines Fließtexts zur besseren Textstrukturierung zunehmend typografisch hervorgehoben werden. Die Mittel hierzu sind neben Versalien auch eigene Zeilen für Sätze mit wichtigen Inhalten. Dies scheint der Punkt zu sein, in denen W-Überschriften selbstständig verwendet werden können und nicht mehr als Ellipse eines ‚vollständigeren‘ Satzes wahrgenommen werden.

Selbstständigkeit von Satztypen

Hauptsätze sind selbstständige Satztypen und Nebensätze unselbstständige. Dies ist ein häufig vertretener Zusammenhang in der germanistischen Linguistik, obwohl hier ein Zirkelschluss vorliegt: Einen Hauptsatz erkennt man daran, dass er selbstständig verwendet werden kann und selbstständig verwendete Sätze sind Hauptsätze. Das Gleiche gilt für Nebensätze.

Bereits in der 80‘ Jahren wurde der Frage nachgegangen, was das Konzept der Selbstständigkeit bedeutet. Dabei wurden mit der syntaktischen und der funktionalen Selbstständigkeit mindestens zwei verschiedene Formen der Selbstständigkeit unterschieden. In der Folgezeit hatte es den Anschein, als dass das Thema der Selbstständigkeit zunehmend aus dem Fokus des linguistischen Interesses geriet. Es schien eher so zu sein, dass ein impliziter Konsens darüber bestand, welche Satztypen selbstständig sind und welche nicht.

Mit dem neu aufgekommenen Interesse der germanistischen Linguistik an verschiedenen ‚kleineren‘ Satztypen (bspw. W-Überschriften wie Warum bei Urlaubsschnäppchen der alte Rechner hilft (welt.de - 07.06.2019)), die sowohl Eigenschaften von Hauptsätzen, als auch von Nebensätzen aufweisen, stellt sich die Frage nach der Selbstständigkeit von Satztypen jedoch erneut. Im Lichte neuerer Erkenntnisse der Satztypforschung interessiere ich mich für die Fragen, welche Eigenschaften bzw. Bündel von Eigenschaften notwendig sind, um einen Satz als selbstständig zu klassifizieren, und welche Relevanz die Kategorien der syntaktischen und funktionalen Selbstständigkeit (noch) haben.

Zu diesem Thema werde ich zusammen mit Frau Prof. Dr. Rita Finkbeiner am 01./02.11.2020 eine Online-Tagung abhalten. Uns ist es gelungen, ein sehr interessantes Programm mit profilierten SprecherInnen zusammenzustellen.