Lehre am Deutschen Institut

REPA: Erzählen vom Tabu: Mahrtenehengeschichten

Dozent:innen: Marco Lehmann
Kurzname: REPA
Kurs-Nr.: 05.067.475
Kurstyp: Seminar

Empfohlene Literatur


Bitte anschaffen: 
Apuleius: Das Märchen von Amor und Psyche. Lateinisch/Deutsch. Hrsg. v. Kurt Steinmann. Reclam: Stuttgart 1998.
Thüring von Ringoltingen: Melusine. Hrsg. v. Hans-Gert Roloff. Reclam: Stuttgart 1991. 

Zur Einführung:
Armin Schulz: Erzähltheorie in mediävistischer Perspektive. Hrsg. v. Manuel Braun e. a. 2. Aufl. München/Boston 2015. S. 214-241.

Inhalt


Mahrtenehengeschichten erzählen von einer amourösen Beziehung zwischen einem Menschen und einem übernatürlichen Wesen, z. B. einer Fee respektive einer Wasserfrau. Der Fortbestand des Liebesverhältnisses ist dabei an eine bestimmte Bedingung geknüpft, häufig etwa an ein Blick- oder Sprechtabu: Dem menschlichen Partner ist es untersagt, die (oder - seltener – den) Geliebte(n) überhaupt oder doch in bestimmten Zeiträumen zu Gesicht zu bekommen; er darf die extravagante Liaison nicht öffentlich machen etc. Solche Klauseln werden in Erzähltexten selbstverständlich nur aufgestellt, damit folgenreich gegen sie verstoßen werden kann. Nachdem der menschliche Akteur die Liebesbeziehung in der Übertretung des Tabus zerstört hat, muss er besondere Anstrengungen unternehmen, um sie zu ,reparieren‘ und den übernatürlichen Partner zurückzugewinnen – so zumindest ein möglicher Ausgang dieser narrativen Konstellation.
Das skizzierte Erzählmuster lässt sich durch diverse Kulturen und Epochen verfolgen; in der Literatur des Mittelalters wird es in einer ganzen Reihe von Texten ausgestaltet und variiert. Im Seminar wollen wir den kulturanthropologischen Implikationen nachgehen, welche die langandauernde Faszinationsmacht des Paradigmas von der ,gestörten Mahrtenehe‘ begründen; vor allem wollen wir aber die spezifischen Voraussetzungen und Interessen ausloten, die für seine mittelalterlichen Anverwandlungen kennzeichnend sind. In diesen muss die amouröse Motivik des Erzählschemas typischerweise mit Fragen der Genealogie sowie mit theologischen Bedenken ausbalanciert werden, die sich daraus ergeben, dass der nicht-menschliche Liebespartner unter mittelalterlichen Vorzeichen beinahe zwangsläufig in dem Verdacht steht, dämonischer Natur zu sein. Einen Schwerpunkt der gemeinsamen Lektüre sollen Konrads von Würzburg Partonopier und Meliur sowie die Melusine Thürings von Ringoltingen bilden; zum Vergleich können auch neuzeitliche Adaptionen des Erzählschemas wie Goethes Neue Melusine oder La Motte Fouqués Undine herangezogen werden.

Termine

Datum (Wochentag) Zeit Ort
14.04.2026 (Dienstag) 12:15 - 13:45 00 003 SR 07
9125 - Bausparkasse Mainz
21.04.2026 (Dienstag) 12:15 - 13:45 00 003 SR 07
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28.04.2026 (Dienstag) 12:15 - 13:45 00 003 SR 07
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05.05.2026 (Dienstag) 12:15 - 13:45 00 003 SR 07
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12.05.2026 (Dienstag) 12:15 - 13:45 00 003 SR 07
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19.05.2026 (Dienstag) 12:15 - 13:45 00 003 SR 07
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26.05.2026 (Dienstag) 12:15 - 13:45 00 003 SR 07
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02.06.2026 (Dienstag) 12:15 - 13:45 00 003 SR 07
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09.06.2026 (Dienstag) 12:15 - 13:45 00 003 SR 07
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16.06.2026 (Dienstag) 12:15 - 13:45 00 003 SR 07
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23.06.2026 (Dienstag) 12:15 - 13:45 00 003 SR 07
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30.06.2026 (Dienstag) 12:15 - 13:45 00 003 SR 07
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07.07.2026 (Dienstag) 12:15 - 13:45 00 003 SR 07
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