Lehre am Deutschen Institut

UNDL/UNPHIL/ULMT: Märchen

Dozent:innen: Dr. Carsten Jakobi
Kurzname: UNDL
Kurs-Nr.: 05.067.919
Kurstyp: Übung

Anwesenheitspflicht

 
Regelmäßge Anwesenheit ist sehr erwünscht. Eine Teilnahme mit einer zeitgleichen Lehrveranstaltung ist nicht möglich.

Empfohlene Literatur

 
Als Textgrundlage dient die dritte Auflage von Grimms Märchen (1837), die am besten in folgender Ausgabe ediert ist:
Kinder- und Hausmärchen, gesammelt durch die Brüder Grimm. Vollständige Ausgabe auf der Grundlage der dritten Auflage (1837). Hrsg. von Heinz Rölleke. Frankfurt/M. 32020 (= Deutscher Klassiker Verlag, Bd. 16).
Die einzelnen zu behandelnden Texte werden sukzessive online zur Verfügung gestellt.
 

Inhalt

 
Es war einmal eine literaturwissenschaftliche Übung, deren Thema klang leicht, sie machte es sich aber schwer. Nämlich begnügte sie sich nicht damit, archivalisch die Überlieferungen des sogenannten Volksmärchens (Grimm) und des darauf aufbauenden sogenannten Kunstmärchens (Tieck, Andersen) zu sichten, philologisch abzusichern und positivistische Abhängigkeitsverhältnisse zu rekonstruieren. Der Dozent hatte einen Bart, lebte schon lange in Mainz und war darum zu bequem, die aus dem Schematismus der Märchen, ihres Personals, ihrer Handlungsführung, ihrer Motive ableitbare strukturalistische Zauberschublade zu öffnen, um jeden sprechenden Hasen in das ohnehin immer schon binär ausdefinierte Schächtelchen zu betten. Auch war es ihm trotz seiner materialistischen Vorfahren zu einfach, die in Märchen niedergelegten Verfabelungen von Herrschafts-, Gewalt- und Abhängigkeitsverhältnissen zu einem harmonischen Glücksgelingen nachzuweisen: Derlei ideologiekritisches Feinhandwerk schien ihm zu grob angesichts dessen, dass ohnehin kein:e vernünftige:r Leser:in übersehen könnte, dass Märchen den Klassenkampf ihrer Gegenwart und ihrer Vergangenheit aufgriffen und zugleich bestritten.
Im Zentrum der Übung wird vielmehr gemeinsame detaillierte Textarbeit stehen. Die in der literaturwissenschaftlichen Einführung vermittelten Kenntnisse in Rhetorik und Narratologie sollen analytisch produktiv auf Texte aus den Grimmschen Kinder- und Hausmärchen angewandt werden. Was wird wie geschildert? Welche Rolle spielen phantastische und realistische Motive? Welche Sorte von Verplausibilisierung unwahrscheinlicher Geschehnisse ist vorzufinden?
Mit Beispielen traditionsreicher Märchen-Provenienz werden wir uns in freier Diskussion beschäftigen, um unsere Analysefähigkeit zu erproben und zu trainieren. Methodisch bedienen wir uns dabei der Technik des Close Reading als zentraler Verfahrensweise des New Criticism, die aber auch allen anderen literaturwissenschaftlichen Methoden dienlich ist, die sich mit der Form literarischer Werke zu beschäftigen beanspruchen.
 

Termine

Datum (Wochentag) Zeit Ort
21.10.2026 (Mittwoch) 10:15 - 11:45 00 411 P6
1141 - Philosophisches Seminargebäude
28.10.2026 (Mittwoch) 10:15 - 11:45 00 411 P6
1141 - Philosophisches Seminargebäude
04.11.2026 (Mittwoch) 10:15 - 11:45 00 411 P6
1141 - Philosophisches Seminargebäude
11.11.2026 (Mittwoch) 10:15 - 11:45 00 411 P6
1141 - Philosophisches Seminargebäude
18.11.2026 (Mittwoch) 10:15 - 11:45 00 411 P6
1141 - Philosophisches Seminargebäude
25.11.2026 (Mittwoch) 10:15 - 11:45 00 411 P6
1141 - Philosophisches Seminargebäude
02.12.2026 (Mittwoch) 10:15 - 11:45 00 411 P6
1141 - Philosophisches Seminargebäude
09.12.2026 (Mittwoch) 10:15 - 11:45 00 411 P6
1141 - Philosophisches Seminargebäude
16.12.2026 (Mittwoch) 10:15 - 11:45 00 411 P6
1141 - Philosophisches Seminargebäude
06.01.2027 (Mittwoch) 10:15 - 11:45 00 411 P6
1141 - Philosophisches Seminargebäude
13.01.2027 (Mittwoch) 10:15 - 11:45 00 411 P6
1141 - Philosophisches Seminargebäude
20.01.2027 (Mittwoch) 10:15 - 11:45 00 411 P6
1141 - Philosophisches Seminargebäude
27.01.2027 (Mittwoch) 10:15 - 11:45 00 411 P6
1141 - Philosophisches Seminargebäude
03.02.2027 (Mittwoch) 10:15 - 11:45 00 411 P6
1141 - Philosophisches Seminargebäude
10.02.2027 (Mittwoch) 10:15 - 11:45 00 411 P6
1141 - Philosophisches Seminargebäude