Lehre am Deutschen Institut

HNDL/SFNL I-V: Autorinnen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts

Dozent:innen: Dr. Cornelia Ilbrig
Kurzname: HNDL
Kurs-Nr.: 05.067.1130
Kurstyp: Seminar/Hauptseminar

Empfohlene Literatur

Bettine von Arnim: Goethe’s Briefwechsel mit einem Kinde. Hg. von Wolfgang Bunzel. München: dtv 2008
Dorothea Schlegel: Florentin. Hg. von Wolfgang Nehring. Stuttgart: Reclam 1993.
Annette von Droste-Hülshoff: Die Judenbuche. Studienausgabe. Hg. von Bernd Kortländer. Stuttgart: Reclam 2016
Alle anderen Primärtexte werden als online-Link oder PDF zur Verfügung gestellt

Inhalt

Im Deutschland der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts waren Schriftstellerinnen Außenseiterinnen im Literaturbetrieb. Sie hatten oft eingeschränkten Zugang zur Öffentlichkeit und zum Markt, wurden meist aus männlicher Perspektive betrachtet und ihre Autorschaft mit männlichen Familienmitgliedern verbunden. Ihre Texte unterlagen häufig der Zensur im Familien- und/oder Bekanntenkreis. Diese Beschwernisse machen das Thema für kulturwissenschaftliche Fragestellungen interessant: Welche gesellschaftlichen Funktionen erfüllte Literatur in dieser Zeit? Wie beeinflusste sie gesellschaftliche Umbrüche? Unter welchen Bedingungen haben Frauen geschrieben? Wie inszenierten sie ihre Autorschaft? Welche Rolle spielte das weibliche Schreiben für Gesellschaft und die Autorinnen selbst? Diese Fragestellungen werden, immer mit Blick auf Schreibsituationen, anhand von Texten u.a. von Karoline von Günderrode, Bettina von Arnim und Annette von Droste-Hülshoff untersucht.

Zusätzliche Informationen

Zur Vorbereitung empfohlene Literatur:
Jennifer Clare: Der Briefwechsel von Rahel Levin Varnhagen und Karl August Varnhagen als gemeinsame autobiographische Schreibpraxis, in: Frederike Middelhoff, Martina Wernli (Hgg.): Denken ist Graben. Zum Werk Rahel Levin Varnhagens. Berlin 2025, S. 109-125.
Günter Oesterle: Netzwerken und Porträtieren. Rahel Levin Varnhagens innovatorische Gestaltung zweier Kulturtechniken der Geselligkeit, in: Frederike Middelhoff, Martina Wernli (Hgg.): Denken ist Graben. Zum Werk Rahel Levin Varnhagens. Berlin 2025, S. 39-65.
Cornelia Ilbrig: Auf dem Weg zu einer Mythologie der Romantik. Karoline von Günderrodes Gattungsexperimente, in: Frederike Middelhoff, Martina Wernli (Hgg.): Noch Zukunft haben. Zum Werk Karoline von Günderrodes. Berlin 2024, S. 53-65.
Franziska Schößler, Lisa Wille: Einführung in die Gender Studies. Berlin, Boston 2022.
Carola Hilmes: Unbotmäßig: Karoline von Günderrodes literarische Inszenierungen der Jungfrau in Waffen, in: Jahrbuch des Freien Deutschen Hochstifts (2017), S. 147-168.
Wolfgang Bunzel: Literarische Denkmalpflege. Bettine von Arnims Brief- und Gesprächsbücher als Arbeit am kulturellen Gedächtnis, in: Ders. (Hg.): Internationales Jahrbuch der Bettina-von-Arnim-Gesellschaft: Forum für die Erforschung von Romantik und Vormärz 22/23 (2010/11), S. 21-43.
Günter Oesterle: Annette von Droste-Hülshoffs lyrische „Versuche im Komischen“, in: Claudia Liebrand u.a. (Hgg.): Redigierte Tradition. Literaturhistorische Positionierungen Annette von Droste-Hülshoffs. Paderborn 2010, S. 253-269.
Rüdiger Nutt-Kofoth: Verfügbarkeit, Unzuverlässigkeit. Zur literatursysteminternen Funktion literarischer Tradition in der Lyrik Annette von Droste-Hülshoffs, in: Claudia Liebrand u.a. (Hgg.): Redigierte Tradition. Literaturhistorische Positionierungen Annette von Droste-Hülshoffs. Paderborn 2010, S. 121—150.
Esther Kilchmann: Mergelgrube Teutoburgerwald: Annette von Droste-Hülshoffs Erkundungen „reine[r] Nationalität“, in: Dies. (Diss.): Verwerfungen in der Einheit. Geschichten von Nation und Familie um 1840. München 2009, S. 147-177.
Jochen Grywatsch: Produktive Leerstellen. Anmerkungen zur Aktualität des dichterischen Werks der Annette von Droste-Hülshoff und zur Veränderlichkeit seiner Wertschätzung, in: Monika Salmen, Winfried Woesler (Hgg.): „Zu früh, zu früh geboren…“. Die Modernität der Annette von Droste-Hülshoff. Düsseldorf 2008, S. 18-35.
Wulf Kirsten: Annette von Droste-Hülshoffs Heidebilder – eine säkulare Vorgabe, in: Monika Salmen, Winfried Woesler (Hgg.): „Zu früh, zu früh geboren…“. Die Modernität der Annette von Droste-Hülshoff. Düsseldorf 2008, S. 76-95.
Carola Hilmes: Vom Skandal weiblicher Autorschaft. Publikationsbedingungen für Schriftstellerinnen von 1770-1830, in: Goethezeitportal: Vom Skandal weiblicher Autorschaft. Publikationsbedingungen für Schriftstellerinnen zwischen 1770 und 1830 (Erstpublikation: Dies: Skandalgeschichten. Aspekte einer Frauenliteraturgeschichte. Königstein/Ts 2004).
Renate von Heydebrand: Annette von Droste-Hülshoff. Der Weg einer Frau in den literarischen Kanon, in: Ortrun Niethammer (Hg.): Transformationen. Texte und Kontexte zum Abschluss der Historisch-kritischen Droste-Ausgabe. Bielefeld 2002; S. 165-182.

Weiterführende Literatur:
Frederike Middelhoff, Martina Wernli (Hgg.): Denken ist Graben. Zum Werk Rahel Levin Varnhagens. Berlin 2025.
Frederike Middelhoff, Martina Wernli (Hgg.): Noch Zukunft haben. Zum Werk Karoline von Günderrodes. Berlin 2024.
Martina Wernli (Hg.): „Jetzt kommen andre Zeiten angerückt.“ Schriftstellerinnen der Romantik. Berlin 2022.
Barbara Becker-Cantarino (Hg.): Bettina von Arnim-Handbuch. Berlin, Boston 2019.
Cornelia Blasberg, Jochen Grywatsch (Hgg.): Annette von Droste-Hülshoff Handbuch. Berlin, Boston 2018
Rüdiger Nutt-Kofoth: Verwirrendes Erzählen. Drostes narrative Verfahren und die Literaturgeschichte, in: Ders. (Hg.): Literaturgeschichte als Problemfall. Zum literaturhistorischen Ort Annette von Droste-Hülshoffs und der biedermeierlichen Autoren in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Hannover 2017 (= Droste-Jahrbuch 11, 2015/16), S. 183-202.
Christa Bürger: Exzeß und Entsagung. Lebensgebärden von Caroline Schlegel-Schelling bis Simone de Beauvoir. Göttingen 2016.
Gerhard Grubeck: Der Beitrag der Frau zum literarischen Leben in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Hamburg 2008.

Termine

Datum (Wochentag) Zeit Ort
13.04.2026 (Montag) 14:15 - 15:45 02 507 Seminarraum
1137 - Georg-Forster-Gebäude (Sowi)
20.04.2026 (Montag) 14:15 - 15:45 02 507 Seminarraum
1137 - Georg-Forster-Gebäude (Sowi)
27.04.2026 (Montag) 14:15 - 15:45 02 507 Seminarraum
1137 - Georg-Forster-Gebäude (Sowi)
04.05.2026 (Montag) 14:15 - 15:45 02 507 Seminarraum
1137 - Georg-Forster-Gebäude (Sowi)
11.05.2026 (Montag) 14:15 - 15:45 02 507 Seminarraum
1137 - Georg-Forster-Gebäude (Sowi)
18.05.2026 (Montag) 14:15 - 15:45 02 507 Seminarraum
1137 - Georg-Forster-Gebäude (Sowi)
01.06.2026 (Montag) 14:15 - 15:45 02 507 Seminarraum
1137 - Georg-Forster-Gebäude (Sowi)
08.06.2026 (Montag) 14:15 - 15:45 02 507 Seminarraum
1137 - Georg-Forster-Gebäude (Sowi)
15.06.2026 (Montag) 14:15 - 15:45 02 507 Seminarraum
1137 - Georg-Forster-Gebäude (Sowi)
22.06.2026 (Montag) 14:15 - 15:45 02 507 Seminarraum
1137 - Georg-Forster-Gebäude (Sowi)
29.06.2026 (Montag) 14:15 - 15:45 02 507 Seminarraum
1137 - Georg-Forster-Gebäude (Sowi)
06.07.2026 (Montag) 14:15 - 15:45 02 507 Seminarraum
1137 - Georg-Forster-Gebäude (Sowi)