Dr. Timothy Attanucci


Sprechstunde

Raum 01-922

Termine während der vorlesungsfreien Zeit, jeweils Montag, 14-16 Uhr:

15.07.2019; 12.08.2019; 26.08.2019; 16.09.2019


Wissenschaftliche Biographie

Nach einem Studium der Germanistik und der Komparatistik an den Universitäten Harvard (B.A., 2003), Tübingen und Paris IV – Sorbonne (M.A., 2004) promovierte Timothy Attanucci 2012 im Fach Germanistik an der Universität Princeton mit einer Arbeit zur Poetik der Erdgeschichte am Beispiel Adalbert Stifters. Während der Promotionszeit war er zudem als Mitglied des Netzwerks PhD-Net „Das Wissen der Literatur“ wiederholt Gastwissenschaftler an der Humboldt Universität zu Berlin. Von 2012 bis 2014 war er in Princeton Lecturer im Fach Germanistik. Aktuell arbeitet er an zwei größeren Forschungsprojekten: ein Buch über historische Restaurierungen und geologische Rekonstruktionen in der Literatur des 19. Jahrhunderts, und eine Studie zur Melancholie des ökonomischen Menschen.


Forschungsschwerpunkte

Geschichte und Theorie des Wissens; Literaturgeschichte 18. bis 20. Jahrhundert; Literatur- und Medientheorie; Theorien und Praktiken historischer Darstellung


Lehre

HNDL/SFNL I-V (Master): Literatur und Melancholie

Dr. Timothy Attanucci

Kurzname: HNDL
Kursnummer: 05.067.1130

Inhalt

Melancholie ist viel mehr als nur eine Krankheit. Seit der Antike hat sich aus dem immer wiederkehrenden Versuch, den Begriff der „Melancholie“ zu bestimmen, ein diverses Repertoire an Symptomen, Motiven, Bildern und Symbolen entwickelt. Wenn schon Aristoteles den Humoraltypus Melancholie mit aller Art „hervorragenden Menschen“ assoziiert, so ragt in der Moderne von den anderen drei Humoren die Melancholie hervor, und wird zum bevorzugten Schema für die Individualität schlechthin. Dabei lässt sich die Melancholie  sowohl als beliebtes Thema der schönen Literatur als auch als Quelle der Kreativität und dichterischen Produktion ausweisen, die wenigstens im selben Maß durch die Literatur und bildende Künste konstruiert wird wie durch naturphilosophische, medizinische und wissenschaftliche Theorien. 

Das Seminar beschäftigt sich also mit dem Thema „Melancholie“ in interdisziplinärer Perspektive über die ganze Bandbreite der neueren deutschen Literaturgeschichte (insb. Renaissance, Barock, und 18. Jahrhundert, aber auch mit Wiederaufnahmen in der Lyrik des 19. Jahrhunderts, in der psychoanalytischen Theorie, und in der Literatur der Gegenwart).

Zusätzliche Informationen

 
Referat in Kleingruppen (voraussichtlich je zwei, ca. 30 Min. inkl. Diskussion)

Modulprüfung: Hausarbeit, 12-15 S., oder mündliche Prüfung (nur im M.Ed. Deutsch Modul 15 u. M.Ed. Wipäd)

Termine:

Datum (Wochentag)UhrzeitOrt
15.04.2019 (Montag)10.15 - 11.45 Uhr02 146
1331 - Verfügungsbau SB II
29.04.2019 (Montag)10.15 - 11.45 Uhr02 146
1331 - Verfügungsbau SB II
06.05.2019 (Montag)10.15 - 11.45 Uhr02 146
1331 - Verfügungsbau SB II
13.05.2019 (Montag)10.15 - 11.45 Uhr02 146
1331 - Verfügungsbau SB II
20.05.2019 (Montag)10.15 - 11.45 Uhr02 146
1331 - Verfügungsbau SB II
27.05.2019 (Montag)10.15 - 11.45 Uhr02 146
1331 - Verfügungsbau SB II
03.06.2019 (Montag)10.15 - 11.45 Uhr02 146
1331 - Verfügungsbau SB II
17.06.2019 (Montag)10.15 - 11.45 Uhr02 146
1331 - Verfügungsbau SB II
24.06.2019 (Montag)10.15 - 11.45 Uhr02 146
1331 - Verfügungsbau SB II
01.07.2019 (Montag)10.15 - 11.45 Uhr02 146
1331 - Verfügungsbau SB II
08.07.2019 (Montag)10.15 - 11.45 Uhr02 146
1331 - Verfügungsbau SB II

Semester: WiSe 2019/20

Publikationen (Auswahl)

Monographie

Stories from Earth: Adalbert Stifter and the Poetics of Earth History. Diss. Princeton University, 2012.

Aufsätze

Atmosphärische Stimmungen: Landschaft und Meteorologie bei Carus, Goethe und Stifter. Zeitschrift für Germanistik 24.2 (2014) S. 34-47.

Kafka: Junggeselle – Maschine. Überlegungen zu einer historischen Kopplung. In: Literarische ‚Junggesellen-Maschinen’ und die Ästhetik der Neutralisierung. Hrsg. v. Annette Runte. Würzburg: Königshaus & Neumann, 2011, S. 169-185.

Der Junggeselle zwischen Familie und Amt: Kafka liest Stifter. In: Für alle und für keinen: Lektüre, Schrift und Leben bei Nietzsche und Kafka. Hrsg. v. Friedrich Balke, Joseph Vogl, und Benno Wagner. Berlin: Diaphanes, 2008, S. 149-160.

Rezensionen

Zu Büttner, Urs: Poiesis des 'Sozialen'. Achim von Arnims frühe Poetik bis zur Heidelberger Romantik (1800–1808). PhiN 80 (2017) S. 48-52.

Zu Vecchiato, Daniele: Verhandlungen mit Schiller. Historische Reflexion und literarische Verarbeitung des Dreißigjährigen Kriegs im ausgehenden 18. JahrhundertJahrbuch für Internationale Germanistik 48/2 (2016) S. 160-163.

Unverbesserlich? Der Mensch als Krise der Utopie (zu Löwe, Matthias: Idealstaat und Anthropologie. Problemgeschichte der literarischen Utopie im späten 18. Jahrhundert) Athenäum: Jahrbuch der Friedrich Schlegel-Gesellschaft 25 (2015) S. 265-269.

Wie fragt man eine Datenbank des 18. Jahrhunderts ab? (zu Décultot, Elisabeth (Hg.): Lesen, Kopieren, Schreiben. Lese- und Exzerpierkunst in der europäischen Literatur des 18. Jahrhunderts). Athenäum: Jahrbuch der Friedrich Schlegel-Gesellschaft 24 (2014) S. 223-228.

Zu Gamper, Michael und Karl Wagner (Hg.): Figuren der Übertragung: Adalbert Stifter und das Wissen seiner ZeitArbitrium 31.1 (2013) S. 94-97.

Übersetzungen

Wegmann, Nikolaus: Book Labyrinths: Searching and Finding in the Alexandrian Age (Arbeitstitel). Aus dem Deutschen übers. [Bücherlabyrinthe. Köln 2000], in Vorbereitung.

Moati, Raoul: Derrida/Searle: Deconstruction and Ordinary Language, Aus dem Französischen übers. mit Maureen Chun. New York: Columbia University Press, 2014.