Dr. Timothy Attanucci


Sprechstunde

Ich bin aktuell in Elternzeit und bin nur über Email erreichbar.

Aktuelles

18-19.06.2026

Konferenz in Bonn: Die Freiheit der Formen – literarisch, ästhetisch, politisch

Organisation: Dr. Timothy Attanucci und Prof. Dr. Franziska Jekel-Twittmann

Der Weg zur Freiheit führt über die Form. Diese zunächst paradox anmutende These ist konstitutiver Teil der europäischen Geistesgeschichte, wie sie Ernst Cassirer in seiner Studie Freiheit und Form 1916 beschrieben hat. Ästhetische und philosophische Debatten, die konsequent Freiheit und Form zusammendenken, werden seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert besonders engagiert im Bereich der Literatur ausgetragen, da Formen hier nicht nur thematisiert, sondern gleichzeitig auch konkret umgesetzt und reflektiert werden. Die literarische Beschäftigung mit dem Themenkomplex Freiheit und Form ruft ausnehmend aufschlussreiche Korrelationen, Verknüpfungen und Spannungen auf den Plan, die Probleme der philosophischen Ästhetik produktiv aufnehmen und weiterentwickeln und die gleichzeitig gesellschaftliche und politische Diskurse aufgreifen und kommentieren. Diesen Beziehungen werden wir im Rahmen der Tagung nachgehen und die literarischen, ästhetischen und gesellschaftspolitischen Implikationen erörtern, die durch das Zusammendenken von Freiheit und Form entstehen.

Wissenschaftliche Biographie

Nach einem Studium der Germanistik und der Komparatistik an den Universitäten Harvard (B.A., 2003), Tübingen und Paris IV – Sorbonne (M.A., 2004) promovierte Timothy Attanucci 2012 im Fach Germanistik an der Universität Princeton mit einer Arbeit zur Poetik der Erdgeschichte am Beispiel Adalbert Stifters. Während der Promotionszeit war er zudem als Mitglied des Netzwerks PhD-Net „Das Wissen der Literatur“ wiederholt Gastwissenschaftler an der Humboldt Universität zu Berlin. Von 2012 bis 2014 war er in Princeton Lecturer im Fach Germanistik. Sein Buch über historische Restaurierungen und geologische Rekonstruktionen in der Literatur des 19. Jahrhunderts ist 2020 bei de Gruyter erscheinen. Aktuell arbeitet er u.a. an einer Studie zur Melancholie des ökonomischen Menschen.


Forschungsschwerpunkte

Deutsche Literaturgeschichte (18. Jahrhundert bis Gegenwart); Literatur- und Medientheorie; Geschichte und Theorie des Wissens, besonders der Ökonomie und der Ökologie; Environmental Humanities; Melancholie; Literatur und KI


Lehre

Keine Kurse für die gewählten Einstellungen und das Semester (WiSe 2026/27) vorhanden.

WiSe 2026/27


Publikationen (Auswahl)

Mehr Publikationen auf Zotero.org und OrcID.

Grübeln in den Tiefen der Zeit: Zur Melancholie in Annette von Droste-Hülshoffs Gedicht Die Mergelgrube (1844). In: Norman Kaspar (Hg.): Texturen der ‚Vorwelt‘: Darstellungsmuster und Wissensordnungen vom späten 18. bis zum späten 19. Jahrhundert, NAL-historica. Bd. 88. Halle (Saale), Stuttgart: Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 2025, S. 251-273.
Cold Melancholy. Tempers of Financial Pathology in Charles Dickens' A Christmas Carol. In: Agnes Arndt und Kerstin Maria Pahl (Hg.): Capitalist Cold. Emotions and the Economy in Europe and the United States. London: Routledge, 2025, S. 77-100. Capitalist Cold
Postsocialist Melancholy. The Highs and Lows of Terézia Mora’s Darius-Kopp Trilogy. In: Michel Mallet, Maria Mayr und Kristin Rebien (Hg.): Postsocialist Memory in Contemporary German Culture. Berlin/Boston: De Gruyter, 2024, S. 149-172. Cover Postsocialist Memory in Contemporary German Culture
Der sterbende Leichnam der Natur“. Geologische Provokationen bei Goethe, Novalis und Tieck. In: Roland Borgards, Frederike Middelhoff, Barbara Thums (Hg.): Romantische Ökologien. Berlin/Heidelberg: Metzler, 2023, S. 185-206. Cover Romantische Ökologien
Überfluss und Überdruss. Melancholie und Ökonomie des Alltags in Ludwig Tiecks Des Lebens Überfluß (1838). In: Vanessa Briese, Christopher Busch, Alexander Kling, und Timea Mészáro (Hg.): Alltag! zur Literaturgeschichte eines Theoriereservoirs. Hannover: Wehrhahn, 2023, S. 53-72.
The Restorative Poetics of a Geological Age: Stifter, Viollet-le-Duc and the Aesthetic Practices of Geohistoricism. Berlin/Boston: De Gruyter, 2020 (Paradigms 11). book: The Restorative Poetics of a Geological Age